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Die Kerwe in Spirkelbach war seit Menschengedenken eines der höchsten Feste im Dorf. Schon Wochen vor der Kerwe wurden Vorbereitungen getroffen. Die Hausfrauen machten den Kerweputz, die Tüncher
hatten Hochsaison, die Schneider und Näherinnen fertigten neue Kerwekleider. Auch die Jugend hatte viel Vorzubereiten, denn die Straußbuwe mussten die Kerwe organisieren. Die Kerwered wurde geschrieben, der
Kerwestrauß geschmückt und die Mädchenversteigerung zu organisiert. Bei der Versteigerung wurden die Mädchen im Dorf -die noch nicht einem Burschen versprochen waren- angeboten. Hatte nun ein Bursche seine
Auserwählte ersteigert, durfte er beim Keretanz am Sonntagnachmittag die ersten drei Tänze mit ihr bestreiten. Am Kerwesonntag nach dem Mittagessen, setzte sich der Kerwezug in Bewegung. Die Staußbuwe suchten in den
Dorfstrassen die Kerwe. Die Straußbuwe hatten unterschiedliche Aufgaben: der erste Teil des Zuges suchte mit Hakken, Kratzen und Lotzernen auf Misthaufen die Kerwe, es folgten
zwei Straußbuwe als Pfarrer mit dickem Buch und Schullehrer mit Fleischgabel und aufgespießter Gelbrübe. Den beiden folgte die Schees mit Straußbuwe-Baby und Vater und Mutter. Der Rest der Staußbuwe versorgte die Dorfbewohner mit neuem Wein. War die Kerwe gefunden, wurde die Kerwered auf der Schultreppe vom Pfarrer vorgetragen. So oder so ähnlich kann es nachgelesen werden in der Chronik der Gemeinde Spirkelbach in einem Beitrag von Kurt Rinner “Kerwebräuche in Spirkelbach”. So um die 10 bis 14 Straußbuwe waren früher aktiv. Heute sieht alles ein wenig anders aus. Inzwischen sind auch Straußmäre bei der Kerwe, weil es Nachwuchsprobleme bei den Straußbuwe gibt und weil die Mädchen heute einfach dazu gehören. In den letzten Jahren ist noch keine Kerwered ausgefallen, auch wenn es Jahre gab in denen besondere Anstregungen gemacht wurden.
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