... Oktober  2003

Das Fachwerkhaus

Fachwerkhäuser dominierten einst unsere Dorfmitte. Viele Fachwerkhäuser mussten „modernen Bauvorhaben“ in den letzten Jahrzehnten weichen und sind als historische Bausubstanz unwiederbringlich verloren. So fiel auch die „Zehntscheune“ von 1806 dem Bau einer Garage zum Opfer. Heute findet man Fachwerkhäuser in der Haupt- und Felsenstrasse. Die schönsten Fachwerkhäuser jedoch stehen in der Thalstrasse. 

Die Fachwerkbauweise geht in ur- und frühgeschichtliche Zeit zurück, hier Pfostenbau genannt, bei dem die wandbildenden Pfosten durch Rahmholz und Riegel festgehalten werden. Die Blütezeit des Fachwerkbaus ist das Mittelalter vom 14. und 15. Jahrhundert bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts; regional ist er auf die Kerngebiete des Eichenhochwaldes beschränkt, also Deutschland, England und Nordfrankreich. Nach einer Gravur an einem Eckständer eines Fachwerkhauses datiert das wohl älteste Gebäude seiner Art in Spirkelbach aus dem Jahr 1701.

Auch wenn die Fachwerkbauweise nur zeitlich beschränkte Anwendung bei uns fand, so haben viele Fachwerkhäuser so manches Haus aus Stein und Beton bereits überlebt.

Bis heute strahlen die Fachwerkhäuser Eleganz und Stil aus. Durch die Verwendung von heimattypischen Baumaterialien stehen sie im Einklang mit der uns umgebenden Landschaft. Die bestehende Bausubstanz der alten Fachwerkhäuser hat es verdient, erhalten und gepflegt zu werden, dass nicht noch mehr Fachwerk aus unserem Ortsbild verschwindet.

Beim nächsten Spaziergang bleiben Sie ruhig mal vor einem Fachwerkhaus stehen und betrachten Sie die grosse handwerkliche Kunst, die in einem solchen Haus steckt. Überlegen Sie sich, wie sich seit dem Bau die Welt schon verändert hat. Die Ästhetik des Fachwerks hat sich bis in unsere Zeit bewahrt.

 

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