... Mai 2003

Der Kirchturm

Gross steht er da unser Kirchturm, m├Ąchtig und erhaben. Als wollte er bis zum Himmel reichen, eine Verbindung zwischen Himmel und Erde schaffen. Doch kein Turmbau zu Babel wurde versucht. Nein, der Kirchturm hat ganz weltliche, profane Funktion. Zum einen r├╝hrt dies von der Tatsache her, dass ihn die politische Gemeinde in bayerischer Regentenzeit einst erbaut hat. 27 Meter ist er hoch, unser Kirchturm. Weithin soll er sichtbar und auch h├Ârbar sein. Und er will den B├╝rgern sagen, was die Stunde geschlagen hat. Drei Zifferbl├Ątter wurden angebracht und als akustische Unterst├╝tzung schlagen die Glocken alle Viertel- , halbe und volle Stunde an. Sie l├Ąuten morgens, mittags und abends die Tageszeiten ein und ordneten jahrzehntelang die Tagesabl├Ąufe im Ort. Sie waren Orientierung auf dem Feld und im Wald. So wusste jeder, wann es Zeit war Mittagsrast einzulegen und Feierabend zu machen. Mittlerweile verf├╝gt fast jeder ├╝ber eine funkgesteuerte Uhrzeit am Handgelenk. Fr├╝her war f├╝r viele die Kirchturmuhr einziger Anhaltspunkt f├╝r die Zeit.

Der Kirchturm war aber nicht nur als Zeitgeber von Bedeutung. Bei Katastrophen und Feuerbr├Ąnden wurden die Glocken Sturm gel├Ąutet und jedermann im Dorf wusste, dass Hilfe gebraucht wurde. Auch die Sterbeglocke k├╝ndete den B├╝rgern im Ort an, dass ein Mitb├╝rger verstorben war. Daneben luden die Glocken bei allen liturgischen Anl├Ąssen, so bei den Gottesdiensten, Taufen, Begr├Ąbnissen und am Ende eines jedes Jahres, wenn das neue Jahr mit Glockenklang begr├╝sst wurde.

Der Kirchturm wurde im Zuge der Renovierungsarbeiten mit neuen Ziffernbl├Ąttern und einem neuen Wetterhahn versehen. Das alte Uhrwerk, das man noch mit Hand aufziehen musste, wurde aus dem Glockenturm entfernt und hat nun mit dem alten Wetterhahn im Dorfgemeinschaftshaus einen neuen, w├╝rdigen Platz gefunden. 

Der Kirchturm erstrahlt nun im neuen Glanz und ist weithin sichtbar ein Wahrzeichen unseres Dorfes.

 

Zur├╝ck