... Juni 2003

Schilf im Bruch

 Auf unserem Monatsblatt im Kalender sehen wir Schilf. Schilf gehört zum Erscheinungsbild von Spirkelbach einfach dazu. Grosse Teile des „Bischofswoogs“, im Volksmund als „Bruch“ bezeichnet, sind davon besiedelt. Aber auch im weiteren Verlauf des Spirkelbachs Richtung Wilgartswiesen, am Schafwoog und am Altenwoog  können wir auf diese Schilfpflanzen treffen. Auf dem Bild sehen wir blĂŒhendes Schilfrohr – umgangssprachlich kurz „Schilf“ genannt. Es zĂ€hlt  zur Gattung der hochwĂŒchsigen SĂŒĂŸgrĂ€ser. Die bekannteste Art ist das Gemeine Schilfrohr, das auch in Mitteleuropa hĂ€ufig ist. Es ist in SĂŒmpfen und an den RĂ€ndern stehender oder langsam fließender GewĂ€sser anzutreffen, wĂ€chst aber auch auf feuchten Wiesen, an GrĂ€ben und Ă€hnlichen Standorten. Die Pflanzen werden bis etwa vier Meter hoch und haben einen reich mit krĂ€ftigen, blaugrĂŒnen BlĂ€ttern besetzten StĂ€ngel, der von einer stark verzweigten, rotbraunen BlĂŒtenrispe gekrönt wird. Die StĂ€ngel wurden auf verschiedene Weise genutzt, z. B. als Flechtmaterial in unserer FachwerkhĂ€user, vor allem in den Zwischenböden der Decken. Kleine, dĂŒnne Teile des StĂ€ngels dienen seit Jahrtausenden als Zungen fĂŒr Holzblasinstrumente (sogenanntes Rohrblatt).

Neben der geringen wirtschaftlichen Nutzung hat das Schilfrohr eine besonders herausragende ökologische Funktion. Wegen seines dichten Wurzelgeflechts ist das Gemeine Schilf ein nĂŒtzlicher Bodenstabilisator. Das Gemeine Schilfrohr kann in der Verlandungszone von GewĂ€ssern ausgedehnte RöhrichtbestĂ€nde bilden, die fĂŒr viele Vogelarten, etwa RohrsĂ€nger oder Rohrdommeln, als Brutbiotope von großer Bedeutung sind. Zudem ist das Röhricht Lebensraum von Libellen und zahlreichen anderen Insektenarten. Aus diesem Grund sind die SchilfbestĂ€nde in unserem Dorf zu schĂŒtzen, stellen sie doch eine Bereichung unser Landschaft dar.

 

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