Das Projekt “Gleitschirmstartplatz”

Ausgangssituation

  Eine Gruppe von Gleitschirmenthusiasten ist an die Gemeinde Spirkelbach mit dem Anliegen der Einrichtung eines Startplatzes für Gleitschirmfliegen auf dem Höllenberg herangetreten. Zu diesem Zweck müsste dort ein Teil des Baumbestandes abgeholzt werden. Der Startplatz soll fußläufig von der K 54 aus erwandert werden. Dort ist an einem zu bestimmenden Punkt eine Parkmöglichkeit für ca.  20 PKW einzurichten.
 
 Die Studenten sollten insbesondere folgende Aufgaben bearbeiten

  a) Bestandskarte mit den Biotoptypen für den Bereich zwischen  Parkplatz und dem geplanten Startpunkt inklusive der angrenzenden Flächen, Bewertung der Bedeutung der Biotoptypen hinsichtlich Biotopschutz und Landschaftsbild; ggf. unter Berücksichtigung mit anderen Nutzungen

  b) Aufarbeiten der Habitatsansprüche des Wanderfalken (das Plangebiet soll als Europäisches Vogelschutzgebiet gemäß Richtlinie 79/4O9 IEWG ausgewiesen werden) sowie der allgemein und grundsätzlich gegenüber dem Gleitschirmsport erforderlichen Vorkehrungen und Regelungen zu seinem Schutz.

  c) Beurteilung der Verträglichkeit mit dem Vogelschutzgebiet (VAB), ggf. mit Auflagen sowie Ausgleichsmaßnahmen und  konzeptionelle Vorstellungen für die Landschaftsgestaltung und Nutzungen ca. 1:5000 oder 1:2500, Detail nach Wahl erl. Text, evtl. Abb. oder Fotos.

Ziel der Arbeiten

Im Rahmen der studentischen Arbeiten zum Projekt Gleitschirmplatz, lag das Augenmerk insbesondere auf der Ermittlung der und Bewertung möglicher Umwelteinwirkungen. Hierbei sollte vor allem der in der Nähe des potenziellen Gleitschirmplatzes nistende Wanderfalke Berücksichtigung finden. Neben der Analyse von Konfliktpotenzialen sollten ebenso Lösungsansätze für diese aufgezeigt werden.


Entwürfe der Studenten:
-E1-(168KB)     -E2-(487KB)     -E3-(690KB)

Die Arbeiten liegen im pdf-Format vor. Um sie anzuzeigen benötigen Sieden Acrobat Reader von Adobe. Wenn dieser auf Ihrem System noch nicht installiert ist, können sie ihn von "http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep2.html" gratis downloaden.

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Allgemeines zum Gleitschirmfliegen

Das Gleitschirmfliegen wird nicht zuletzt aufgrund seiner technischen Einfachheit als die dem Vogelflug nächste Flugsportart bezeichnet. Neben der hohen Wetterabhängigkeit ist insbesondere für den Start geeignete Thermik und ein Hang mit bestimmter Neigung von Bedeutung. Das Gleitschirmfliegen kann deshalb nicht an jedem Ort ausgeführte werden. Der Hängegleiterverband e.V. ist für die Zulassung der Startplätze zuständig. Nur von so zugelassenen Plätzen ist das Starten erlaubt. In Spirkelbach gab es schon früher ein Segelfluggelände am Fuß des Höllenberges. Um das Gleitschirmfliegen heute zu ermöglichen, muss ein Teil des Westhanges des Höllenberges als Startplatz genutzt werden. Insbesondere eine durch Jungholz bewachsene Fläche, am Westhand des Berges, wäre dazu geeignet, Darüber hinaus wäre dieser Patz auch gut zu Fuß durch den Parkplatz oberhalb des ""Kurtrinner-Pfades" zu erreichen.

Beziehungen zwischen Naturschutz und Gleitschirmfliegen

Ein Konflikt zwischen Naturschutz und Gleitschirmfliegen besteht alleine schon aufgrund dessen, dass das Gleitschirmfliegen in der Natur stattfindet. Die Beeinträchtigung, die tatsächlich stattfindet, muss hier jedoch für den speziellen Einzelfall ermittelt werden. Hierbei sollte insbesondere die Situation und Sensibilität des Umfeldes Beachtung finden. Die Interessen der verschiedenen Parteien müssen dabei sachlich abgewogen werden. Nur so kann eine Akzeptalbe Entscheidung darüber getroffen werden ob und wie der Gleitschirmplatz entstehen soll.

Der in der Nähe brütende Wanderfalke

Wanderfalken sind auf der ganzen Welt verbreitet. Sie kommen sowohl in Europa und Asien als auch in Nord-, Südamerika, Australien, Tasmanien und auf den pazifischen Inseln vor. Der Körper de Wanderfalken weiße eine läng von über 40 cm auf .Die Flügesapnnweite variiert von ca. 86 cm bis mehr als 110 cm, die der weiblichen Vögel ist dabei grundsätzlich größer. Wanderfalken ernähren sich vorwiegend von Vögeln bis zur Größe von Krähen (z.B.: Tauben, Drosseln, Ammern),
     welche im Flug erbeutet werden und bauen ihren Horst an höheren Felswänden (Spalten, Simse, Vorsprüngen, Nischen). Ihr Aktionsraum in der Brutzeit (Beginn März / April für 29-31 Tage) kann bis zu 100m² betragen. In der Roten Liste werden Wanderfalken als sehr gefährdet eingestuft. Dies liegt aufgrund des dramatischen Rückgangs der Bestände in Deutschland bis in die 80er Jahre auf der Hand. Der Rückgang wurde insbesondere durch die Verwendung hochgiftiger Pestizide ausgelöst. Diese reichern sich im Körper des Wanderfalken deshalb so stark an, da er am Ende der Nahrungskette steht. Des weiteren sind auch die Eier und Jungtiere der Wanderfalken sehr begehrt (Falknerei) woraus eine weit verbreitete Aushorstung resultiert. Nach dem Verbot verschiedener landwirtschaftlicher Präparate, sowie das Schaffen zusätzlicher Hortmöglichkeiten oder gar Wiedereinbürgerungsprogrammen konnte sich die Bestände etwas regenerieren. Laut Roter Liste ist der Wanderfalke heute nicht mehr "vom Aussterben bedroht" sondern "nur" noch "stark gefährdet".

     Auswirkungen des Gleitschirmfliegens auf den Wanderfalken

     Durch die Ausübung des Gleitschirmfliegens sind Auswirkungen auf verschiedene Art und Weise denkbar:

     1. Durch die Anlage des Startplatzes
     2. Durch die Anreise der Piloten
     3. Durch das Fliegen selbst

   zu 1: Zur Errichtung des Startplatzes muss in den vorhandenen Jungholzbestand eine Schneise geschlagen. Der Gehölzbestand kann an dieser Stelle als weniger hoch eingestuft werden. Dennoch stellt das Schlagen der Schneise eine "Eingriff in Natur und Landschaft" nach §8 Abs.1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dar, welcher eines geeigneten Ausgleichs bedarf. Der drohenden Erosion durch  den Verlust der Vegetation, kann Mithilfe verschiedener technischer Vorgehensweisen, vorgebeugt werden. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise das Belassen der Wurzelstöcke im Erdreich. Weiterhin sollte sich der Startplatz durch organische Form in die Natur
     nahtlos eingliedern. Dies kann durch die Anlage von einem Übergangsvegetationsstreifen zwischen Wald und Startplatz unterstützt werden.

   zu 2: Die Piloten gelangen zu Fuß mit ihrem Fluggerät über den bestehenden, als Wanderweg genutzten "Kurt-Rinner-Pfad" durch den Wald zum Starplatz. Die Fahrzeuge werden auf dem an der K54 vorgesehene Parkplatz abgestellt. Da die Nutzung des Startplatzes nur durch Vereinsmitglieder erfolgt, kann man abschätzen, dass die geringe Mehrfrequentierung des Wanderweges sich in keiner Weise negativ auswirkt.

   zu 3: Hierunter fallen vor allem die Auswirkungen, welche in der Lage sind den in der Nähe (ca. 2000m nordwestlich von Startplatz)  brütenden Wanderfalken zu stören. Hinsichtlich der Tatsache, dass es sich beim Gleitschirmfliegen um eine motorlose Luftsportart  handelt, können Geräuschemissionen vollständig ausgeschlossen werden. Jedoch sollte bedacht werden, dass schon allein auf Grund des Erscheinens der Gleitschirme am Himmel Beeinträchtigungen für Tiere denkbar sind.  Im Rahmen der Arbeite sollten nachhaltige Beeinträchtigungen ermittelt werden. Diese sind dann gegeben, wenn die Fortpflanzung  des Wanderfalken beeinfluss wird (z.B. durch Veränderung des Horstbereiches oder. Störungen in der Fortpflanzungszeit). Hieraus lässt sich folgern, dass insbesondere Beeinträchtigungen in der unmittelbaren Umgebung des Horstes sowie Störungen in der Zeit von  Mitte Februar und Ende Juni (Fortpflanzung), schwerwiegend sind. Durch Einwirkungen dieser Art kann es dazu kommen, dass der  Falke den Horst verlässt (z.B. Flucht- oder Angriffsverhalten), woraufhin die Eier auskühlen können - die Fortpflanzungsleistung wird vermindert. Bei verschiedenen Falken wurden hierbei allerdings unterschiedliche Verhaltensweisen hinsichtlich der Störung durch Gleitschirmfliegen und auch das Lern- und Anpassungsfähigkeit an bestimmte Situationen beobachtet. Deshalb kann die  Beeinträchtigung von Gleitschirmfliegen nicht pauschal als "schwerwiegend" oder "nicht schwerwiegend" eingestuft werden.

     Lösungsmöglichkeiten

     Es wurden Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, welche sowohl den Bedürfnissen des Wanderfalken Rechnung tragen, als auch für die Gleitschirmflieger akzeptabel ist. Aufgrund der Entfernung von Startplatz und Landewiese (jeweils ca. 2000 m) vom Horst des Wanderfalken, sind Beeinträchtigungen weder beim Start, noch bei reinen Gleitflügen ins Tal und der Landung zu erwarten.  Lediglich bei Flügen, welche den Hangaufwind nutzen um an Höhen zu gewinnen (also solche, welche nicht direkt vom Startplatz ins Tal führen) ist eine zu starke Annäherung zum Horst zu befürchten. Dieser Gefahr kann durch die Errichtung einer Schutzzone vorgebeugt werden. Hierauf kann zum einen durch den Gleitschirmverein und weitergehend durch entsprechende Informationen am Startplatz hingewiesen werden. Um den Bereich der Schutzzone aus der Luft erkennen zu können, sollte die Orientierung an markanten Punkten ermöglicht werden.



Entwürfe der Studenten:
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