Das Projekt “Zeltplatz”

Ausgangssituation

Die Gemeinde Spirkelbach liegt in unmittelbarer Umgebung des landschaftlich sehr reizvollen UNESCO-Biosphärenreservats Naturpark Pfälzerwald. Die Ferienregion Hauenstein verfügt über gute  bis sehr gute Erholungseignung, was auf die naturräumliche Situation, die durch ihre zahlreichen Sandsteinformationen und Burgen ein abwechslungsreiches Bild bietet und sich nicht nur auf Wald beschränkt, zurück zu führen ist. Hauenstein hat mit 19 % den zweithöchsten Anteil an den Gästen  im Landkreis Südwestpfalz. Von diesen Potenzialen will nun auch die Gemeinde Spirkelbach profitieren, in der es bis dato lediglich eine Ferienwohnung gibt, und auf einer festgelegten Fläche einen Zeltplatz bereitstellen. Dieser Bereich befindet sich direkt an der K 54, die Spirkelbach mit den umliegenden Gemeinden und der B 10 anbindet. Es ist geplant, in dem bestehenden Pumpwerk die nötigen Sanitäranlagen unterzubringen. Die in Fragekommende Flächen sind Wiesenflächen, von denen eine von einem Bach durchzogen ist.

Ziel der Arbeiten

Die Studenten hatten hier folgende Aufgaben:

  a) Erstellen einer Bestandskarte der Biotoptypen im Bereich des geplanten Standort inkl. der angrenzenden Flächen und Bewertung der Bedeutung hinsichtlich Biotopschutz und Landschaftsbild (ggf. Wechselwirkungen mit Grillplatzbereich u. anderen Nutzungen)

 b) Erstellen eines Entwurfskonzept und Veranschaulichung ausgewählter Details

c) Anfertigung einer kurzen textlichen Ausarbeitung zum Sachverhalt.


Entwürfe der Studenten:
-E1-(84KB)     -E2-(345KB)    -E3-(153KB)    -E4-(140KB)

Die Arbeiten liegen im pdf-Format vor. Um sie anzuzeigen benötigen Sieden Acrobat Reader von Adobe. Wenn dieser auf Ihrem System noch nicht installiert ist, können sie ihn von "http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep2.html" gratis downloaden.

Um die Dateien herunterzuladen um sie dann offline anzusehen, klicken sie mit der rechten Maustaste auf z.B. -E1-  und anschließend im Kontextmenü auf ... speichern unter...



Flächendeckende Bewertung der Landschaft

 In der Planung ist der Schutz einzelner Arten nur über den Schutz ihrer Lebensräume möglich. Insofern kommt der Bewertung der Lebensräume eine große Bedeutung zu. Es gibt nur wenige Methoden, die eine flächendeckende Bewertung von Lebensräumen für Pflanzen (und für Tiere) zulassen.  Nachfolgend wird eine Bewertung nach Kaule durchgeführt, die sich in der Praxis als sehr geeignet  bewährt hat, da sie eine differenzierte Bewertung nach eindeutig festgelegten Kriterien für viele Ökosysteme und Nutzflächen ermöglicht. Bis auf die relativ naturnahe Bachlandschaft mit den angrenzenden Feuchtwiesen ist das gesamte Tal von menschlichen Eingriffen in die Natur geprägt. Überall im Gelände sind künstlich geschaffene Stufen. Im oberen Teil des Tales könnte das terrassenförmige Gelände ein Hinweis auf eine frühere Nutzung für den Weinanbau sein (eventuell ehemaliger Wölbacker).

Naturnahe Bäche

Entlang der K 54 fließt ein naturnaher Bach, der mehrere kleine Zuflüsse besitzt. Die Fläche kann in die Kategorie 7 nach Kaule eingeordnet werden. Ein Zeltplatz sollte einen ausreichenden Abstand zu diesem Bereich einhalten.

Feuchtwiesen

An Vegetation wurden hier für eine Feuchtwiese typische Pflanzen wie Sumpfdotterblumen festgestellt. Die Feuchtwiesen können ebenfalls in die Kategorie 7 eingestuft werden. Bei der Ortsbegehung   wurde knöcheltiefer feuchter Untergrund festgestellt. Aufgrund dieser beiden Kriterien sollte von einer Nutzung als Zeltplatz abgesehen werden.

Feuchte Wiese und schattige Wiese

Hier wurden gewöhnliche Pflanzen wie Veilchen, Wiesenschaumkraut und Hahnenfuß gefunden. Die  feuchte Wiese bildet den Übergang von der Feuchtwiese zu der darüber liegenden schattigen Wiese. Hier befinden sich ebenfalls Feuchtigkeit liebende Pflanzen wie das Sumpfgras. Die schattige Wiese  ist durch eine Vegetation, die der eines Waldrandes oder einer Waldlichtung gleicht, geprägt. Hier finden sich Moose und Farne. Es wurde eine Blindschleiche beobachtet.  Diese Flächen können in die Kategorie 6 eingestuft werden.

Trockene, sonnige Wiese

Hier wurde viel abgestorbenes Farn festgestellt sowie Walderdbeeren, was auf eine ehemalig verschattete Fläche hindeutet. Des weiteren ist der starke Bewuchs mit Brennesseln, die als  Sukzessionspflanze gilt, auffällig. Die Fläche macht einen weniger naturnahen Eindruck als die "feuchte und die schattige Wiese", jedoch kann sie ebenfalls in die Kategorie 6 eingestuft werden.

Streuobst

Die das Tal umgebenden Streuobstwiesen und Sträucher sind von besonderer Bedeutung für Vögel und Insekten. Sie können in die Kategorie 7 eingestuft werden.

Pappeln, Birken und Fichten

Die das Tal prägenden Bäume wurden gepflanzt. Sie gestalten das Tal und tragen somit zu einem
abwechslungsreichen Landschaftsbild bei. Zudem besitzen sie Bedeutung als Schattenspender und beeinflussen das Kleinklima positiv.


  Lösungsmöglichkeiten

Das Gebiet "In der langen Wiese" eignet sich aufgrund der generell benutzbaren, zugänglichen und attraktiven Landschaftsbereiche wie Bachtal, Hangkanten und landwirtschaftlichen Extensivflächen für die Freizeitnutzung. Der topographische Einschnitt, in dem die Fläche liegt ist landschaftlich aufgrund der Topographie und des Bewuchses sehr abwechslungsreich und bietet schöne Ausblicke auf den östlich der K 54 gelegenen mit Fichtenwald bewachsenen Hang.  Die Fläche liegt circa 700 m Luftlinie vom Ortszentrum und 300 m von der Grillhütte entfernt. Die  Zeltplatzbesucher könnten demnach die benachbarte Siedlungsinfrastruktur nutzen, wie beispielsweise den Spielplatz der Grillhütte sowie bei schlechtem Wetter das Dorfgemeinschaftshaus. Es können aufgrund der Vegetation und anderer natürlicher Gegebenheiten vier unterschiedliche Flächen abgegrenzt werden, die für den Zeltplatz in Frage kommen und hier näher betrachtet werden müssen. Die anderen Flächen scheiden meist aufgrund der bewegten Topographie oder des starken  Bewuchses aus. Für einen einzelnen Zeltstellplatz kann man von einem Flächenbedarf von 50 m² ausgehen. Ein Zeltplatz mit Autoabstellplatz nimmt 100 m² in Anspruch. Da aufgrund der wertvollen Landschaft, so  wenig Eingriffe wie möglich in Natur und Landschaft sowie ins Landschaftsbild vorgenommen werden sollten, soll davon ausgegangen werden, dass auf möglichst schonende Weise gezeltet werden soll. Dies würde bedeuten, dass man keine völlig neue Erschließung für den Zeltplatz vorsieht, sondern den vorhandenen Weg nutzt und diesen befestigt. Da die vier möglichen Zeltplätze bis auf Zeltplatz 1 nicht direkt an der vorhandenen Erschließung liegen und auch bei Zeltplatz 1 davon ausgegangen
werden kann, dass nicht direkt auf der Wiese bzw. dem Zeltplatz geparkt wird, wird die Fläche für  den Zeltplatz mit 50 m² je Zelt berechnet und zusätzlich 1 Stellplatz pro Zelt vorgesehen. Da es sich jedoch um einen naturnahen Zeltplatz handeln soll, soll keine strenge Platzeinteilung stattfinden, sondern jeder sucht sich seinen Platz innerhalb des vorgegebenen Zeltplatzes. Platz 1 wurde aufgrund der gut geeigneten Infrastruktur mit in die Bewertung einbezogen. Diese Fläche müsste jedoch aufgrund der ökologischen Bedeutung restriktiv behandelt werden. Um diese  Fläche als Zeltplatz nutzen zu können müsste sie trockengelegt und als Biotop zerstört werden. Die Landschaft oberhalb des Tales bildet eine Art Trichter, in dem die Kaltluft entsteht und dann
durch das Tal "In der langen Wiese" abfließt. Diese Bedingungen sind von Nachteil für die Anlage eines Zeltplatzes.


Entwürfe der Studenten:
-E1-(84KB)     -E2-(345KB)    -E3-(153KB)    -E4-(140KB)

Die Arbeiten liegen im pdf-Format vor. Um sie anzuzeigen benötigen Sieden Acrobat Reader von Adobe. Wenn dieser auf Ihrem System noch nicht installiert ist, können sie ihn von "http://www.adobe.de/products/acrobat/readstep2.html" gratis downloaden.

Um die Dateien herunterzuladen um sie dann offline anzusehen, klicken sie mit der rechten Maustaste auf z.B. -E1-  und anschließend im Kontextmenü auf ... speichern unter...



 

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